Das schreibt die Presse

Musik rund um den Erdball

Zweiter Abend des Festivals für neuere Musik bietet grenzenlosen Jazz mit dem Schwander Goltz Kandert Trio

 

Der Bogen ist wahrhaft weit gespannt von Osaka über Namibia nach Würzburg. Diese Eckpunkte markieren den großen Kulturkreis, den das SGK-Trio bei dem Konzert in der Rathausdiele durchschritt. Die Vollblutmusiker Rainer Schwander (Saxophon), Bernhard von der Goltz (Gitarre), Helmut Kandert (Percussion) Wolfgang Kriener (Bass) und Christoph Lewandowski (Flügelhorn) begaben sich auf eine Klangreise durch musikalische Landschaften. Wolfgang Kriener (Bass) und Christoph Lewandowski (Flügelhorn) komplettierten das Ensemble, das vor Spiellaune nur so sprühte. Diese Lust übertrug sich auf die Zuhörer, die sich mitnehmen ließen in die so unterschiedlichen Gefilde.

Unbekümmert mischten sich traditionelle Elemente mit freien Improvisationen, das musikalische Material zeigte sich immer wieder neu beleuchtet. Eine bulgarische Melodie entwickelte sich zum frischen Funk, ein israelischer Tanz wiegte sich, sanft angehaucht von einem klarinettengleichen Sopransaxophon. Bei ihrem Spiel kam den Musikern ihr traumwandlerischer Umgang mit ihren Instrumenten zupass. Ob Filmmusik „Rosemaries Baby“ oder eine Bearbeitung des Jan Garbarek-Titels „Song for Everyone“ – sie fanden immer zu ihrem eigenen Sound, weich und warm, geläufig und vereinnahmend. Leicht federnd setzten sie mit „Tulips für two lips“ einen Kontrapunkt zu den draußen stürmenden Herbstwinden und machten sich sogleich auf in wärmere Gegenden: indische Glöckchen kündigten das „Himalaya Girl“ an.

Getragen vom groovenden Beat von Bass und Percussion entwickelten sich darüber die Melodien. Saxophon und Flügelhorn entfalteten im Zusammenspiel in den „Würzburger Nächten“ ein südamerikanisches Flair. Kaum kann man glauben, dass die Verabredung zu einigen Titeln erst kurz vor dem Konzert erfolgt war. Da zeigte sich diese grundtiefe Übereinstimmung, wenn sich Musiker verstehen und aufeinander hören. Es entstand ein waches und zugleich losgelöstes Spiel, diese fulminante Mischung aus Spannung und treiben lassen. Nach einem balladengleichen Intro spielten sich bei „Mittagspause“ Saxophon und Flügelhorn die Bälle zu. Helmut Kandert streichelte seine Trommel auch schon mal mit der Bürste, Bernhard von der Goltz griff bei „Namibia“ zum Fingerklavier, bevor er die zehnsaitige Gitarre herausholte und deren satten Klang voll auskostete. Der Abend bot Klangfülle ohne Grenzen. Schwander und seine Freunde schöpften aus dem Melodienschatz verschiedener Kulturen und entwickelten daraus einen ganz eigenen Jazz. Mit dem Blues „Osaka Express“ verabschiedeten sie sich.

Rathausdiele_sgk-trio_15.11.15[ers]

Zeitungskritik Konzert in Veitshöchheim im Synagogenhof am 27.8.2017
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